Geschichte

über 75 Jahre des Reit- und Fahrvereins im Rückblick

Das Jubiläumsjahr beginnt mit Turbulenzen. Dr. Wolf Schade ist anlässlich der Generalversammlung als Vorsitzender zurückgetreten. Ein Nachfolger kann sich zu diesem Zeitpunkt nicht finden lassen, eine zweite Versammlung wird deshalb nötig. Egon Köhl stellt sich zur Wahl und gleichzeitig auch sein neues Team. Vielfältige Aufgaben sind seit der Übernahme der Vereinsgeschäfte im Mai durchgeführt worden, so die Einbringung eines neuen Hallenbodens, das Fällen der Baumstümpfe hinter der Reithalle, Anschaffung eines zweiten Vereinspferdes, Erneuerung des Hallendaches mit erweiterten Lichtplatten, Umgestaltung der Sattelkammer mit neuer Heizung und Entlüftung, Neubau zweier Pferdeboxen, Anbringung neuer Sattelböcke in der Stallgasse. Die Reithalle erhält innen einen neuen Anstrich. Diese umfassenden Baumaßnahmen sind zum großen Teil in Eigenleistung durchgeführt worden. Die nunmehr attraktiv gestaltete Reitanlage steht derzeit 35 Voltigier- und 15 Reitkindern zur Verfügung.

Ein weiteres Westernturnier findet Ende Mai statt. Das im August stattfindende Reitturnier verläuft planmäßig. Die Nikolausfeier wird untermalt von Vorträgen zweier Bläser der Jugendmusikschule. Die Kutsche stellt Bernd Henkel, die von seinen Haflingern Olli und Narras gezogen wird. Über den Nikolaus Georg Susemichel kann man sich wieder freuen.

Traditionell nehmen Vereinsmitglieder am Trachtenfest teil. Erstmalig ist ein Westernturnier ausgerichtet worden. Reitlehrgänge finden statt. Bei bestem Wetter trifft man sich anlässlich des 1. Mairittes am Forsthaus Wehnerts.

Die Mitgliederversammlung am 27.2. wird überschattet durch einen erneuten Führungswechsel. Der 1. Vorsitzende Groschang kann aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nicht mehr ausführen, die Geschäftsführerin Ilka Plail tritt aus persönlichen Gründen zurück. Neu werden Dr. W. Schade als Vorsitzender und Wilfried Rinner als Geschäftsführer in ihren Ämtern bestätigt. Dem Ehrenmitglied Jochen Mohr wird mit einer Reiterabordnung zum 75. Geburtstag gratuliert. 213 Vereinsmitglieder zählt der Verein am 31.12.

Anlässlich der Generalversammlung formiert sich der Vorstand teilweise neu. 1. Vorsitzender bleibt Eduard Groschang, ebenso wie Dr. Wolf Schade als 2. Vorsitzender. Zur Geschäftsführerin wird Ilka Plail und zum Pressewart Wilfried Rinner neu gewählt. Ein großes Aufgebot an Reitern kann Willi Rahn, Ehrenmitglied und langjähriger Vorsitzender, anlässlich seines 80. Geburtstages verzeichnen. Mehrmals wird in die Reithalle eingebrochen. Der Dieb kann laut Polizeiangaben aber ermittelt werden. In seiner Sitzung vom 21.5. spricht der Vorsitzende Groschang den mangelnden Nachwuchs an. Reitanfängern soll deshalb von den Einstallern bzw. Pferdebesitzern die Möglichkeit zum Reitunterricht geboten werden.

Das 70-jährige Vereinsjubiläum wird im Bürgerhaus gefeiert und wird zu einem gelungenen Fest. Die Turniererfolge sind erfreulich: 11 Siege und 57 Platzierungen sind hauptsächlich von Heiko Renker, Ralf Scheibner, Steffi Drießen, Heike Möhlenbruch und Heiko Siemon erritten worden.

Dieses Jahr ist geprägt von Besuchen anlässlich runder Geburtstage, Hochzeiten und Silberhochzeiten. Der Verein beklagt den Tod der Ehrenmitglieder Paul Hofmann und Friedel Kirchmann. Die finanzielle Situation des Vereins stellt sich positiv dar. Es werden weitere Rücklagen gebildet, um die geplante Dachsanierung und die Fertigstellung des Richterhauses an der Reithalle zu gewährleisten.

Das Gründungsmitglied Georg Gerbig feiert seinen 100. Geburtstag. Der „Schlitzer Bote“ führt dazu an, dass 14 Reiterinnen und Reiter hoch zu Ross gratulierten mit einem dreifachen „Horrido“. Die sportlichen Erfolge setzen sich fort: Schlitzer Mannschaftsspringreiter und Birgit Seipel werden erneut Bezirksmeister. Kontinuierlich werden Ständer zu Pferdeboxen umgebaut. Das langjährige Vorstandsmitglied August Gluck verstirbt im 72. Lebensjahr.

Auch in diesem Jahr setzt sich der sportliche Erfolg fort. Allein 24 Platzierungen beim Turnier in Hünfeld sprechen für sich. Friedrich Kirchmann, der 15 Jahre lang Rechner des Vereins war, wird zum 80. Geburtstag gratuliert. Wilfried Otterbein, der sein 50. Lebensjahr vollendet und bis dato 40 Jahre dem Verein angehörte, überbringt man Glückwünsche. Der Magistrat genehmigt den Anbau eines Gebäudes an die Stirnseite der Reithalle zum Cafe Knittel hin, ebenso die Anpachtung von städtischem Gelände.

Anlässlich der Generalversammlung am 27. März wählt man Helmut Karn zum 2. Vorsitzenden. Vor dem Landgericht Fulda wird ein Vergleich in Sachen „Vereinsausschlüsse“ dahingehend angenommen, dass die Möglichkeit eines Wiedereintritts gegeben ist. Die Turnierreiter verhelfen mit 63 Siegen und 275 Platzierungen bei den verschiedensten reitsportlichen Veranstaltungen dem Verein zu großem Ansehen.

Das Turnier Anfang September und die Vereinsmeisterschaften im Oktober verlaufen planmäßig, so geht es aus den Protokollen hervor. Der 2. Vorsitzende Hartmut Trier tritt nach nur kurzer Amtszeit zurück. Die im vergangenen Jahr ausgeschlossenen Vereinsmitglieder klagen in dieser Angelegenheit vor dem Landgericht Fulda.

Die Diskussionen zwischen Organisatoren des Kutschenturniers und Vorstand setzen sich ständig fort. Ausgangspunkt sind diverse Leserbriefe und Artikel im „Schlitzer Bote“. In ihrer Sitzung am 14. September legen die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes, Renker, Jellen und Köhl ihre Ämter nieder. Begründung: Der Vorstand erhält keine Unterstützung seitens der Landeskommission Hessen für Pferdeleistungssport (L.K.H.) und dem Hesssischen Reit- und Fahrverband. Brigitte Otterbein übernimmt kommissarisch die Leitung des Vereins bis zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 6. Oktober. Dort bildet sich sodann rasch ein neuer Vorstand: 1. Vorsitzender wird Eduard Groschang, ihm zur Seite stehen Brigitte Otterbein, Hartmut Trier und Wilfried Rinner. In der außerordentlichen Generalversammlung werden die Veranstalter des „schwarzen Turniers“ aus dem Verein ausgeschlossen.

Belastend für die Vorstandsarbeit wirkt sich das von einigen Vereinsmitgliedern Ende Oktober veranstaltete private turniermäßig ausgetragene Kutschertreffen aus, das zur Eskalation zwischen Organisatoren und Vereinsvorstand führt. Die Verantwortlichen des RuFV sehen sich einer illegitimen Turnieraustragung gegenüber, die Veranstalter sind sich keiner Schuld bewusst. Ansonsten verläuft die Vereinsarbeit in allen Bereichen positiv.

Die langjährigen arbeitsintensiven Bauarbeiten werden zufriedenstellend abgeschlossen. Sie sind mit 364.000,- DM abgerechnet worden. Für Wolfram Renker und seine Mannen ist für die geleistete Arbeit höchste Anerkennung zu zollen. Sportlich geht es bergauf, die Mitgliederzahlen nehmen zu, so ist es dem Geschäftsbericht zu entnehmen.

Der zweite Schwerpunkt neben den sportlichen Aktivitäten im Vereinsgeschehen sind die Erweiterungsbaumaßnahmen, Küche und Aufenthaltsraum. Da diesbezüglich das Engagement der Mitglieder und des Vorstandes überproportional gefordert wird, lässt man in diesem Jahr das Reitturnier ausfallen.

Wilhelm Rahn und August Gluck treten aus Altersgründen nicht mehr zu einer Neuwahl an. Die Mitgliederversammlung wählt eine neue Mannschaft. Nach 12 Jahren Geschäftsführertätigkeit wird Wolfram Renker zum 1. Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter wird Reinhard Jellen. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens findet eine Jubiläumsfeier mit großem Reiterball im Bürgerhaus in Schlitz am 20.9.1986 statt.

Der Verein gibt sich eine neuzeitliche Satzung. Birgit Seipel und Bernd Hermann leiten einen Lehrgang, an dem 14 Reiter teilnehmen. 10 Reiterpässe und 2 Jugendreiterabzeichen sind der Erfolg der Ausbildung. 12 Aluminiumhindernisständer werden angeschafft. Die Bautätigkeit geht weiter. Toilettenerweiterungsbau sowie „Sägemehlbunker“ werden im Rohbau fertiggestellt. Seit dem Stallneubau werden 5800 Arbeitsstunden von Mitgliedern geleistet. Trotz dieser Belastung findet auch ein Reitturnier statt. Peter Binder steht als zusätzlicher Reitausbilder zur Verfügung. Die Voltigiergruppe wird von Steffi Maus und Petra Loos betreut. Aus Voltigierkindern werden Dressur- und Springreiter – die Jugendarbeit hat sich bezahlt gemacht.

Bauarbeiten beginnen mit dem Stallabriss. Zum 3. Mal werden die Mitglieder zu Eigenleistungen aufgerufen. Man legt wieder Hand an. Bereits im Herbst ist der erste Bauabschnitt beendet, dank uneigennützigen Einsatzes vieler Mitglieder. Man feiert die Stalleinweihung mit einem „Tag der offenen Tür“. Birgit Seipel und Bernd Hermann bestehen die Reitwartprüfung in Dillenburg und stehen als Ausbilder dem Verein zur Verfügung. Carl Hänsel, langjähriger Förderer des Vereins, wird zu Grabe getragen.

Heinrich Wink scheidet nach 13 Jahren als Rechner aus. In Schlitz wird die Hessenmeisterschaft der Zweispännerfahrer ausgetragen. 55 Gespanne werden gemeldet. Schirmherr der Veranstaltung ist der Hessische Sozialminister Armin Clauss. Im Rahmenprogramm findet eine Hindernisprüfung für Vierspänner sowie eine Gebrauchsprüfung für Tandems statt. Bei den Großpferden wird Hans Bien Hessenmeister. Bei den Kleinpferdegespannen geht die Meisterschaft an Horst Mörschel. Bezirksvielseitigkeitsturnier in Schlitz. Fritz Lerch wird Bezirksmeister im Springen auf „Askan“. Vielseitigkeitsmeister werden bei den Senioren Harro Frielinghaus auf „Gaucho“ und bei den jungen Reitern Steffi Maus auf „Lanze“, alle vom gastgebenden Verein.

Parcourserweiterung durch einen transportablen Wassergraben. Reitturnier. Helmut Reisig wird Futtermeister. Jagd mit Taunusmeute.

Reitlehrgang unter Hermann Hauser. Reiterpass bzw. Leistungsabzeichen sind Ziel der Ausbildung. Zum 2. Mal Einbruch in die Sattelkammer. Es entsteht ein Schaden von ca. 19.000 DM. Erstmals in Ober- und Osthessen: Vielseitigkeits-Fahrturnier in Schlitz. WM-Teilnehmer und Deutscher Meister sind am Start. Aufgrund der großen Resonanz bewirbt sich Schlitz um die Hessenmeisterschaft der Zweispännerfahrer für 1983.

Es dürfen nur noch Pferde in den Stall gestellt und in der Halle geritten werden, deren Reiter die Stamm-Mitgliedschaft des Schlitzerländer Vereins haben. Auf dem Abreiteplatz wird ein Sandplatz angelegt. Reitturnier mit Fahrprüfungen auf der Weiherswiese. Trainingstage mit der Taunusmeute. Herbstjagd; den Fuchs holt Klaus Schöfer. Baumaßnahmen werden bei Land, Kreis und Stadt Schlitz zwecks Bezuschussung eingereicht. Die Voltigiergruppe übernimmt Irmgard Geisler.

Birgit Seipel besteht Sichtungsprüfung für den D-Kader. Die Sattelkammer wir massiv ausgebaut. Es wird das Voltigierpferd „Hallifax“ gekauft. Der aus Holz gebaute Pferdestall erweist sich als ungesund und zu niedrig. Man plant auf den Fundamenten des alten Stalles einen massiven Pferdestall. Außerdem ist ein Toilettenanbau sowie ein Sägemehllagerraum geplant. Die Bande muss erneuert werden, Lichtplatten müssen in das Hallendach eingebaut werden. Trainingstage mit der Taunusmeute. Reitturnier mit Fahrprüfungen auf der Weiherswiese. Hermann Hauser und Fritz Lerch übernehmen die Reitausbildung.

Der Verein trauert um seinen langjährigen Reitlehrer Josef Wagner, der ein ganz besonderes Herz für die Jugend hatte. Wilhelm Rahn und August Gluck werden an die Spitze des Vereins gewählt. Der Reitplatz wird drainiert und neu umzäunt. 4. Trainingstage der Taunusmeute finden in Schlitz statt. Als Abschluss wird eine Frühjahrsschleppjagd unter Beteiligung der Nachbarvereine veranstaltet. Hubertusball.

Reitlehrgang unter Josef Wagner. 11 Bronzene Abzeichen, 1. Silbernes Abzeichen. Schleppjagd hinter der Taunusmeute. 70 Reiter nehmen daran teil. Bezirksvielseitigkeitsturnier in Schlitz. Hubertusball. Es wird eine Beregnungsanlage in der Reithalle installiert.

Der Verein feiert sein 50-jähriges Jubiläum. Das schönste Geburtstagsgeschenk, das sich die Mitglieder selbst machen: der Verein ist schuldenfrei. 4. Entscheidungswettkampf für Hessische Meisterschaften im Voltigieren findet in Schlitz statt. Einlage: Quadrille, geritten von 16 Schlitzer Reitern. Jubiläumsturnier. Jubiläumsfeier mit Herbstball. Hubertusjagd mit der Taunusmeute unter Mitwirkung des Bläserkreises des Hegeringes Schlitz. Schlitzerländer Quadrille tritt bei der Einweihung des Reitgeländes in Lüdertal auf. Fuchsjagd: die Lunte greift Klaus Schöfer vom Galgen.

Um den Reitnachwuchs heranzubilden, werden Longierstunden angeboten. Siegfried Geisler stellt sein Pferd „James“ zur Verfügung. Brigitte Spahn und Wolfram Renker übernehmen die Ausbildung. Frau Lange, ausgebildete Reit- und Voltigierlehrerin, baut eine Voltigiergruppe auf. Jugend-Vielseitigkeitsturnier in Verbindung mit dem Bezirksreiterbund Oberhessen Nord. Streckenbau erfolgt durch Wilhelm Rahn und Karl Schmidt. Einsprung in die Schlitz bereitet vielen Pferden Schwierigkeiten. Islandpferdetreffen in Schlitz. 40 Reiter beteiligen sich an einem Sternritt.

Der Verein zählt 152 Mitglieder. 247 Reitstunden werden erteilt. Reitlehrer Wagner bekommt Unterstützung. Fritz Lerch besteht die Prüfung als Reitwart. Dietmar Voigt wird 2. Vorsitzender. 3-Tage-Turnier mit 300 gemeldeten Pferden.

Josef Wagner, Künzell, wird zum neuen Reitlehrer gewählt. 1. Schleppjagd in Schlitz. 60 Reiter reiten hinter der Sauerlandmeute. Einbruch in die Sattelkammer, Sättel und sämtliches Zaumzeug werden entwendet. Ölkrise: Autofahrverbot; mit Pferden von Geisler, Schöfer und Braun wird eine Schlittenpartie unternommen.

Der neue Stall wird bezogen. Kosten: 50.000,- DM. Es werden erhebliche Eigenleistungen erbracht. Futtermeister wird Siegfried Geisler. Herbstjagd unter Beteiligung von 51 Reitern.

Die Reithalle ist bezahlt. Der Verein hat keine Schulden mehr. Aus Dankbarkeit dafür, dass er sich jederzeit für die Belange des Vereins eingesetzt hat, wird der ehemalige Bürgermeister von Schlitz und jetzige Innenminister von Hessen, Hanns-Heinz Bielefeld, zum Ehrenmitglied ernannt. Man beginnt mit dem Stallbau.

20 Reiter und 34 Jugendliche sind aktiv. Reitbetrieb nimmt durch die neue Halle zu.

129 Mitglieder zählt der Verein sowie 10 Ehrenmitglieder, 18 Pferde stehen zur Verfügung. 20 Reiter und 15 Jugendliche sind aktiv. Es entsteht der Plan, an die Reithalle einen Stall zu bauen.

Der Reithallenbau wird begonnen. Die Erd- und Betonarbeiten werden der Firma Gluck in Rimbach übertragen. Die Hallenkonstruktion liefert die Firma Feuerstein in Dipperz. Ein Großteil der Arbeiten wird in Eigenleistung erbracht. Die Mitglieder erbringen 2623 Arbeitsstunden sowie 1116 Schlepperstunden. Ein Werk echter Gemeinschaft. Die Kosten belaufen sich auf 136.000,- DM. Ein Drittel wird durch Eigenmittel und Eigenleistung aufgebracht. Wesentliche Unterstützung leisten das Land Hessen, der Landkreis Lauterbach, die Stadt Schlitz sowie der Landessportbund Hessen. Es ist die erste Halle im Landkreis Lauterbach. 1. Reitlehrgang in der Halle unter den Ausbildern Rahn, Reinhardt und Kircher aus Landenhausen.

„Die Finanzierung des Baues einer Reithalle ist gesichert“, verkündet Bürgermeister Bielefeld anlässlich des Grußwortes auf dem Reitturnier in Schlitz.

Hervorragende Erfolge der Schlitzer Reiter auf Turnieren in Lauterbach, Eiterfeld, Grünberg und Büdingen.

Die Reithalle kann am vorgesehenen Platz errichtet werden. Den beteiligten Herren, Bürgermeister Bielefeld, Architekt Jakob und Sportkreisvorsitzendem Hans Lerner, wird der Dank der Mitglieder ausgesprochen. Der Erbbaupachtvertrag wird abgeschlossen. Als Pachtzins werden 265,70 DM pro Jahr festgelegt. Flutlichtspringen während des Reitturniers findet großen Anklang. Wilhelm Rahn übernimmt die Reitausbildung.

Erich Spahn, Bürgermeister Bielefeld und einige Reiterkameraden besichtigen die Reithalle in Gemünden (Wohra).

Vorbereitungen für Reithallenbau beginnen. Reithallenbauausschuss: 1. Vorsitzender Erich Spahn, 2. Vorsitzender Wilhelm Reinhardt, Geschäftsführerin Brigitte Spahn, Rechner Friedrich Kirchmann sowie Wilhelm Rahn, Otto Thöt, Ernst Rüger und Karl Schmidt.

Karl Hoffmann und Karl Knothe werden zu Ehrenmitgliedern vorgeschlagen.

Ausbildungsarbeit bringt Erfolge. 15 Jungen und Mädchen nehmen an Reitstunden teil. Fritz Hühn und Georg Gerbig sind als Ausbilder tätig. Turnierbesuche in Lauterbach, Crainfeld, Hersfeld und Hünfeld. Hubertusjagd, Heinrich Bolender greift den Fuchsschwanz.

Die Mitgliederversammlung betrauert den Tod des Mitbegründers und langjährigen Reitlehrers, Georg Katzenmeier. Ein Hochwasser verwüstet den Reitplatz und zerstört Hindernisse und Einrichtungen. Wilfried Otterbein besucht einen Lehrgang an der Fachschule für Reit- und Fahrausbildung in Dillenburg. Reitturnier mit Feldgottesdienst. Hessisches Fernsehen macht Aufnahmen. Hubertusjagd zum „Tag des Pferdes“. Kauf des Reitgeländes von der Stadt Schlitz. Wilhelm Reinhardt stellt sich auf eigenen Wunsch nicht mehr zur Wahl für das Amt des Vorsitzenden. greift nach mehrmaligem Anreiten den „Fuchs“ von seinem Vorgänger Otterbein.

Ernst Rüger wird neuer Reitlehrer. Der Verein wird ins Vereinsregister eingetragen und trägt jetzt zu seinem Namen den Zusatz „e.V.“. Beteiligung am Trachtenfest. Reitertag bei herrlichem Wetter und großer Zuschauerzahl. „Tag des Pferdes“ in Verbindung mit reitsportlicher Veranstaltung. Ernst Rüger greift nach mehrmaligem Anreiten den „Fuchs“ von seinem Vorgänger Otterbein.

Kreissporttag in Schlitz, eine Sportveranstaltung mit Lauf- und Schwimmwettbewerben sowie reiterlichen Vorführungen. Fleckviehschau und „Volksfest bei Hundemer“ runden das Programm ab. Auf der Hubertusjagd holt Jungreiter Wilfried Otterbein den Fuchs.

Es wird ein Hindernisschuppen gekauft. Turnier und Herbstjagd werden ausgerichtet. Aufnahme in den Landessportbund.

Wintervergnügen im Saal des Deutschen Hauses. Ehrenurkunden für 25 Jahre Vereinstreue erhalten: Bürgermeister Reinhardt, Georg Gerbig, Karl Knothe, Konrad Otterbein, Dr. Walter Zöller, Fritz Zöller, Heinrich Schlörb, Heinrich Wagner, Kurt Stiller, Paul Tresser, Wilhelm Reinhardt, Karl Hoffmann und Jacob Schäfer aus Queck. Es werden 45 Reitstunden gehalten. Georg Gerbig wird 2. Reitlehrer. Ein Reitertag wird durchgeführt.

Der Verlust des früheren Reitlehrers Hainer brachte eine Zeit der Inaktivität. Auf Initiative einiger unerschütterlicher Mitglieder wird Fritz Hahn, ein alter und erfahrener Reitlehrer gewonnen. Die Reitabteilung kommt wieder in Schwung. Wilhem Reinhardt wird zum Vorsitzenden gewählt. Der Reitplatz bei der Abdeckerei Noll ist zu klein geworden. Am Damenweg wird ein neuer Platz hergerichtet. Auf diesem Platz zählt man an dem „Tag des Pferdes“ ca. 1000 Zuschauer. Neue Mitglieder, vor allem Jugendliche, werden gewonnen. Die „Dameninvasion“ beginnt.

Es geht weiter aufwärts. Der Verein zählt 100 Mitglieder, wovon 24 aktiv reiten und 76 passive Mitglieder sind. Man beginnt mit ersten Überlegungen im Hinblick auf den Ausbau einer Reithalle. Dr. Dern stellt sein Vorstandsamt zur Verfügung. Der 2. Vorsitzende Hans-Joachim Mohr vertritt die Farben des Vereins bis zur außerordentlichen Mitgliederversammlung.

Reitturnier soll mit Trachtenumzug verbunden werden. 14 Preise erreiten Schlitzer Reiter auf der Pferdeleistungsschau in Lauterbach.

Der Verein besteht aus 83 Mitgliedern, davon 30 aktiv. Erste große Turnierveranstaltung nach dem Krieg. 6000-7000 Zuschauer besuchen die gut organisierte Veranstaltung. „Schlitzer Bote“ vom 15.7.1949: „In den Jagdspringen dominierte Helmut Krah aus Fulda mit seinem „Liebestraum“, der alle 3 Springen für sich entscheiden konnte und endgültig zur ersten Garde der Springreiter gezählt werden darf.“ Schlitzer Reiter verbuchen sieben erste Siege. Fahrlehrer Reinhardt leitet einen Fahrlehrgang. Es finden ein Reitertag und eine Hubertusjagd statt.

Neubeginn nach dem Krieg. 56 Anhänger des Reit- und Fahrsports folgen der Einladung von G. Katzenmeier. Im Gasthaus Habermehl wird die Wiedergründung vorgenommen. Vorstand im „Wiedergründungsjahr“: 1. Vorsitzender Georg Katzenmeier, 2. vorsitzender Dr. Dern, Geschäftsführer Hans-Joachim Mohr, Rechnungsführer Heinrich Schlörb, Reitlehrer Christian Hainer. Der Vorstand plant neuen Reitplatz auf dem Sportfeld. Vereinsmitglieder treffen sich zwanglos einmal wöchentlich im Vereinslokal Habermehl. Vorsitzender Katzenmeier tritt aus Gesundheitsgründen zurück. Erster Reitertag nach dem Krieg, 3500 Zuschauer. Reiterball bei Guntrum. Der Verein tritt dem Verband der Reit- und Fahrvereine Hessen-Nassau bei. Stelldichein zur Hubertusjagd an der Abdeckerei Noll. Hubertusball im Hotel Guntrum. Anschaffung eines Fahrlehrgerätes. Der Vorstand beschließt, einen Reitplatz auf der Wiese bei der Abdeckerei Noll anzulegen.

Es folgen 15 Jahre ohne Protokollbucheintragung. Von 1934-1947 ruhte die Vereinstätigkeit.

2. Vorsitzender Katzenmeier teilt mit, dass das Arbeitsprogramm der Reitervereine und Sportverbände grundlegend umgestellt werden muss. Wehrsport soll Mittelpunkt der Arbeit sein. Es muss damit gerechnet werden, dass es bald wieder eine Wehrpflicht gibt. Ein Kapitel freier Vereinsarbeit geht zu Ende. Tagesordnung der außerordentlichen Hauptversammlung: 1. „Gleichschaltung“, 2. „Verschiedenes“. 36 Mitglieder sind anwesend. Nach erregter Auseinandersetzung wird der bisherige Vorsitzende, Veterinärarzt Schneider, zum 1. Führer gewählt.

Der Verein verzeichnet 68 passive und 26 aktive Mitglieder. 7 Reiter erwerben das Bronzene Reiterabzeichen. Großes Reitturnier unter Beteiligung der Reichswehr. Geländeritt mit Überwinden der Schlitz brachte Schwierigkeiten. Protokollbuchauszug: „Ein Kamerad rief dem Wachtmeister Odenwald aus Fulda, als dieser bereits bis an die Hüften im Wasser stand, zu, das Papiergeld hoch zu nehmen, was dieser auch prompt ausführte.“

Graf v. Bredow veranstaltet Fahrkurs in Schlitz unter Teilnahme von 20 Mitgliedern. Direktor Falke verlässt Schlitz und beendet seine Vorsitzendentätigkeit im Schlitzer Reiterverein. Fahrsport bekommt Auftrieb. Umbenennung des Vereins in Reit- und Fahrverein Schlitz und Schlitzerland. Ausgabe von Vereinsabzeichen an die Mitglieder. Reitlehrergehalt wird von 80,- RM auf 60,- RM reduziert. Beteiligung am Trachtenfest.

Graf v. Bredow veranstaltet Fahrkurs in Schlitz unter Teilnahme von 20 Mitgliedern. Direktor Falke verlässt Schlitz und beendet seine Vorsitzendentätigkeit im Schlitzer Reiterverein. Fahrsport bekommt Auftrieb. Umbenennung des Vereins in Reit- und Fahrverein Schlitz und Schlitzerland. Ausgabe von Vereinsabzeichen an die Mitglieder. Reitlehrergehalt wird von 80,- RM auf 60,- RM reduziert. Beteiligung am Trachtenfest.

Reitturnier in Schlitz – Eintritt Turnier: Erwachsene 0,50 RM, Kinder 0,25 RM; Eintritt Reiterball: Mitglieder FREI, Nichtmitglieder 1,00 RM.

3. Reitturnier auf Graf Görtzischer Wiese entlang des Damenweges in Schlitz mit Standartenweihe. Vereinslokal wird Gaststätte Guntrum.Reitturnier 1928 entlang des Damenweges.

Direktor Falke wird zum 2. Vorsitzenden des Provinzialverbandes Oberhessischer Reiter gewählt. Sternstaffelritt nach Alsfeld. Reitturnierbeteiligung in Alsfeld, Fulda, Schlitz und Darmstadt.

Dem Protokollbuch anlässlich der Gründungsversammlung ist zu entnehmen: „Am Sonntag, den 7. März 1926, versammelten sich im stimmungsvoll geschmückten Habermehlschen Saale die gedienten Kavalleristen und Artilleristen von Schlitz und Schlitzerland, um Stellung zu nehmen betreffs Gründung eines Reitervereins. Zu der Versammlung waren u.a. erschienen die Herren Seine Erlaucht Graf von Görtz, Oberst Freiherr Westerweiler, Darmstadt, Graf von Byland, Rheydt, Landtagsabgeordneter Bürgermeister Dr. Niepoth und vom Reiterverein Lauterbach die Herren Oberzolldirektor Fischer und Dr. Lorenz. Fabrikdirektor Falke eröffnete gegen 4 Uhr mit längerer Ansprache, in vortrefflichen Ausführungen, die starken Beifall fanden, die Tagung.